Das letzte Windows

Es reicht mir. Wieder einmal habe ich Stunden mit Windows-Problemen verbracht und Lebenszeit verschenkt. Nun das letzte Mal an Windows. Alle verbliebenen Instanzen werden gelöscht. Bald gibt es nur noch Linux!

Angefangen hat alles damit, dass ich noch schnell im alten Jahr Bankauszüge holen und eine Anzahlung für den Urlaub 2026 in den Niederlanden machen wollte ...
Doch dann kam es anders, oder sollte ich sagen "Windows" & Co?

Des Drama erster Akt

Da mein PC Leistung im Überfluss hat, sagte Windows beim Update (bzw. dem Versuch) von Windows 10 auf 11: "die Hardware wird von Windows 11 nicht unterstützt".
Nun, gut. Ich wusste mir ja zu helfen. Der PC selbst wurde mit Linux installiert, denn Linux ist nicht so 'etepetete' wie Windows: alte Hardware? Nehm ich! Und zu meiner Überraschung lief Linux nicht nur auf dem System, es rannte. Viel besser, schneller und einfacher, als es Windows 10 jemals getan hat.
Im nächsten Schritt kam dann Windows 11: man nehme einen VMWare-Player für einen virtuellen PC, kaufe eine neue Lizenz von Windows 11 und installiere diese in der neu aufgesetzten Instanz des virtuellen Computers. Und: lief! Auf der Hardware als virtueller PC, auf dem Windows 11 nicht laufen wollte!
Damit war klar: der Rechner läuft mit Linux und in einem getrennten Fenster noch Windows 11 für die paar Programme, die ich noch unter Windows nutzen möchte, die es aber für Linux nicht gibt.

Ende 2025

Windows-Updates

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, schnell noch ein paar Bankaufgaben erledigen. "Mal eben". Und "mal eben" steht ja bekannter Weise unter einem schlechten Stern. Nicht, dass ich am Silvesternachmittag sternhagelvoll gewesen wäre - ich hatte erst eine Flasche Sekt auf, aber der Fehler war, dass ich erst die anstehenden Windows-Updates machen wollte und dann die Bankgeschäfte. Umgekehrt wäre besser gewesen, denn beim letzten Start von Windows 10 hatte das Banking noch geklappt.
Aber - leider - habe ich ja erst die Updates gemacht. Nicht, dass die Dauer das Problem gewesen ist: nein, Windows hat Updates an den Treibern eingespielt ... und nach dem Neustart: et voilà! Der HBCI-Cardreader funktioniert nicht mehr. Und ohne Karte keinen Zugang zum Bankkonto. OK ...

Broadcom VMWare Player

Also nochmal Updates suchen und ja: es gibt Updates für die Updates (ein bei Windows beliebtes Spiel). Doch auch danach: kein Card-Reader. Ein kurzer Blick in die tieferen Tiefen des virtuellen Computers verriet ebenso: kein Card-Reader!
Nun, vielleicht war es auch mal an der Zeit, den VMWare-Player ebenfalls per Update zu beglücken. Nur ungern, denn seitdem VMWare durch Broadcom gekauft wurde ist VMWare (wie Windows) in den geldgierigen Händen eines Aktienkonzerns verschwunden, die alles tun ... solange genügend Geld fließt. Und an kleinen Kunden mit wenig Geld hat man wenig Interesse. Aber allen Bedenken zum Trotz: das Update von VMWare Version 17 auf 25H2 hat geklappt. Nur das mit dem Cardreader klappt leider immer noch nicht.

Reiner SCT cyberjack pinpad (a)

Oh, siehe da! Für die endlose Geschichte der Updates gibt es ein weiteres Kapitel: auch für den Cardreader gibt es ein Update! Kaum zu glauben! (Da lobe ich mir doch Linux, die mit der zentralen Updateverwaltung alle Updates gesammelt einspielen).
Nevermind: runterladen, installieren, ... geht nicht! Es wird immer noch kein Cardreader gefunden. Stattdessen gibt es eine Menge "sinnvoller" Hinweise ("Haben Sie den PC schon einmal neu gestartet?" und auch das beliebte "Ziehen Sie das Gerät aus und stecken Sie es wieder ein" - echt jetzt, sind das die Hauptproblemlöser unter Windows immer noch, nach all' den Jahren?). Aber, nein: immer noch kein Cardreader.

Windows 11 23H2

Allerdings muss ich feststellen, dass auch Windows selbst etwas älter ist: 23H2 ist installiert, 25H2 ist aktuell. Also sollte ich auch dieses vielleicht mal auf den aktuellen Stand bringen. Windows Update sagt jedoch, dass ich "auf dem aktuellen Stand bin". Kein Hinweis darauf, dass 23H2 schon veraltet ist und gar keine Sicherheitsupdate mehr bekommt. Auch die Suche nach neuen Updates bringt nichts: "Sie sind auf dem aktuellen Stand".
In den tiefen der Registry trage ich ein, dass ich doch bitte zur nächsten Stufe möchte: "erzwinge das Update auf Windows 11 24H2". Neustart, neue Suche nach Updates: "Sie sind auf dem aktuellen Stand".

Windows 11 25H2

Ich schmeiße also das Internet an und lade mir das Installationsmedium für 25H2 herunter, um dieses dann manuell zu installieren, wenn das automatische Update nicht läuft. Und nun erhalte ich das erste Mal eine Fehlermeldung, mit der ich etwas anfangen kann. Nicht, um den Cardreader zu installieren, aber wenigstens Klartext:

Konnte ich zuvor noch Windows 11 23H2 auf dem System installieren, so wird das Update auf 24H2 verweigert. Ich lese nach: Voraussetzung ist TPM (mit dem man übrigens eine erstellte Datei eindeutig einem PC zuordnen könnte - Honi soit qui mal y pense), UEFI Secure Boot sowie ein 64-Bit-Prozessor mit SSE 4.2. Alles vorhanden! Aber Microsoft sagte: "Nö - zu alt". Kann zwar alles, aber wir möchten das nicht!

Windows 11 24H2

Also liegt meine Hoffnung darin, dass wenigstens das Vorgänger-Windows-11 nicht so ein Theater macht. Doch weit gefehlt: dieselbe Meldung "Wir, Microsoft, möchten nicht, dass Sie diese vollständig funktionierende aber alte Hardware weiter nutzen. Bitte kaufen Sie etwas neues. (Und zwar Z-Z, Aktionäre warten nicht gerne auf ihr(!) Geld!?)"
Was würde man wohl mit einem Autohändler machen der einem sagt "Ja, ihr Auto ist noch fahrtüchtig, aber wir bieten Ihnen keine Ersatzteile mehr an, weil Sie ja dann nichts neues kaufen!"?

Das letzte Windows ist tot

Das war es dann also. Auf dem PC kann ich die Windows 11 Lizenz nicht mehr weiter nutzen, da die "ausreichende CPU" trotzdem verweigert wird. Also müsste ich einen neuen PC mit Windows 11 kaufen. Und dann auch einen neuen Cardreader. Schlappe 400 Euro oder mehr, damit ich wieder Onlinebanking machen kann. Lass mich kurz überl ... NEIN!

Das war es dann mit Windows. Eine alte Windows 10 Laptop-Installation habe ich über die Feiertage schon platt gemacht, weil Audials 2023 (eine Software zum legalen(!) Aufnehmen von Musik und Videos) darauf schon nicht mehr lief - da brauch ich Windows also auch nicht mehr.

Ein weiteres Windows befand sich noch als "Dual Boot" auf diesem PC, welches ebenfalls heute "gestorben" ist, weil ich den Plattenplatz eigentlich dem virtuellen PC zuordnen wollte, um dort das Windows 11 24H2/25H2 zu installieren - was aber nicht klappt.

Und das Windows 11 in der virtuellen Maschine ist also das letzte Windows - was aber nicht mehr updatefähig ist. Das war es dann also mit Windows. Onlinebanking werde ich zukünftig dann mit GnuCash unter Linux machen, meine Steuererklärung kann ich dieses Jahr noch einmal mit Windows 23H2 machen (die Steuersoftware läuft darauf noch), dann habe ich ein Jahr Zeit auf die Onlineversion von ELSTER umzustellen.
Jetzt kommt das alles leider ein wenig kurzfristig, aber die Weichen sind gestellt: Windows wird verschrottet, zukünftig läuft nur noch Linux - weil Windows eben nicht mehr läuft.

Und für Microsoft habe ich noch etwas. Einen feinen Drehstuhl. Hier, setzt euch Bitte ...

🖕

Und für mich heißt es dann: keine Werbung von Microsoft für ihre Dienste mehr, kein Microsoft-Kontozwang, keine Datenspionage, keine Probleme mit Lizenzschlüsseln, keine kostenpflichtige Software, ...

YouTube (Microsoft enthüllt: Millionen Nutzer verlassen Windows)

YouTube (Windows 11 ein Flopp? Warum die Nutzerzahlen sinken - trotz perfider Gängelungen)

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