(R)Entenauto

Es gibt nicht viele Fahrzeuge, die mich so emotional ansprechen, wie dieses Fahrzeug. Ein extrem massives "haben-wollen" (noch nicht einmal "möchten") macht sich bemerkbar. Und das fängt selbst schon mit dem Logo des Fahrzeuges an. Ich habe selten so etwas schönes gesehen, dessen Konzeption der Praxis Konkurrenz macht.

2 cv: 22. Selbst das Logo zeugt von Einfachheit, Funktionalität und Witz gleichermaßen

Ich weiß überhaupt nicht, wo ich anfangen soll. Die erste "Ente", die ich jemals gesehen habe, war in der Grundschule. Einer meiner Lehrer fuhr eine Ente. Kein schönes Auto, aber was mir im Kopf blieb war das Motorengeräusch. Äußerst angenehm und der Wagen sichtlich bequem. Ja, man konnte es einer Ente von außen ansehen: nicht schnell, nicht spektakulär, aber auf jeden Fall bequem.

Es gibt Autos, bei denen ich aktuell selbstverständlich sage, dass diese Autos schön sind. Oder schnell. Oder ... irgendwas anderes. Aber nichts hat mich so gefesselt, wie die neue "2 cv electro". Selbst wenn ich im Lotto gewinnen sollte und Millionen besitze: eine - so wie aktuell vorgestellt - Ente wird es werden. Als Nachfolger meines aktuellen Autos oder total verschwenderisch (und trotzdem billiger) als Ersatz für das Motorrad, um Touren durch die Landschaft zu fahren.

Die vorgestellte Ente kann ich mir durchaus als "Rentenfahrzeug" vorstellen. Nicht nur, weil es ein tatsächlich finanzierbares Rentenauto ist. Nicht nur, weil es elektrisch und somit sparsam und umweltfreundlich fährt. Nicht nur, weil es eigentlich alles besitzt, was ein Auto wirklich benötigt. Sondern vor allem, weil es mehr Emotionen und Spaß allein beim Einsteigen bereitet, als es jedes andere, moderne, 10-fach so teure Elektroauto schaffen kann: ein Lächeln beim Einsteigen erzeugen. Aller Technik die dieses Fahrzeug nicht hat zum Trotz. Oder gerade: deswegen!

(K)ein "Mercedes"

Sicherlich ist das Reisen in einem perfekten, modernen Elektroauto ein leichtes. Klimaanlage, isolierte Fenster, ein Audiosystem welches die meisten Stereoanlagen zu Hause in den Schatten stellt, eine Klimaanlage welche alles perfekt regelt, Elektronik die das Reisen mit dutzenden von Assistenten automatisiert, ... Perfekt. Kühl, Nüchtern, Funktionell. Kalt.
Im Gegensatz dazu die neue Ente. Einfach. Funktionell. Auf das wesentliche reduziert.
Trotzdem - oder gerade deswegen - stelle ich mir eine Fahrt in der neuen "2 cv" jedoch wesentlich amüsanter vor. Das Ziel ist nicht mehr, die Strecke mit möglichst wenig Wahrnehmung hinter sich zu bringen, sondern die Fahrt selbst als Reise wahrzunehmen.

Das Ding der Unmöglichkeit

Ein Auto für ~15.000 Euro. Was soll das sein und können? Das ist doch ein Ding der Unmöglichkeit. In etwa so, als ob man mit einem 34 PS Käfer nach Italien ans Mittelmeer mit einer vierköpfigen Familie fahren wollte ...

(R)Entenauto

Dieses Auto - als Ersatz für meinen aktuellen Skoda Fabia - oder auch als Zweitwagen als Ersatz für mein Motorrad um Touren zu fahren. Alles kann ich mir mit diesem Wagen vorstellen. Auch als permanentes Auto im Rentenalter.
Ich habe meine Begeisterung dafür in einem Forum geteilt und das Erste, was als Antwort kam, war: damit wirst du aber sicherlich nicht nach Frankreich ans Mittelmeer im Urlaub fahren. Und mein erster Gedanke war: aber ganz sicher!

Aktuell prügele ich die ~1.200 Kilometer bis zu meinem Lieblingscampingplatz "Club Farret", wo ich mir einen "Wohnwagen" (Cottage) miete an einem Tag durch, weil ich nur 28 Tage Urlaub im Jahr habe.
Wenn ich jedoch Rentner bin, dann muss ich keinen Urlaubsantrag mehr stellen. Zeit spielt dann keine Rolle mehr, und so kann ich die Tour von 1.200 Kilometern auch bequem in zwei Tage zu je 600 Kilometer pro Tag fahren. Also ~600 Kilometer am ersten Tag,  eine Übernachtung in einem Motel in Dijon, und die restlichen 600 km am nächsten Tag. Ich bin dann Rentner, und kann mir zwei Tage pro Fahrt Zeit nehmen, da es mich nicht extra Urlaubstage kostet. Nur ~50 Euro pro zusätzliche Nacht in einem Motel.

Die Ente schafft vielleicht nur ~200 Kilometer pro Ladung (was per gleichmäßiger Fahrt auf Schnellstraßen und Autobahnen gut zu schaffen sein sollte). Aber das passt perfekt:

  1. den Wagen zu Hause vor der Urlaubsfahrt aufladen
  2. nach 200 Kilometern aufladen, dabei ~30 Minuten Pause machen, Croissant essen und Kaffee trinken
  3. weitere 200 Kilometer fahren und Akku noch einmal ~30 Minuten aufladen und Pause machen
  4. am Motel ankommen und dort oder an einem Restaurant in Dijon noch einmal ~30 Minuten aufladen und am nächsten Tag Wiederholung Schritt 1 bis 4 und Ankunft am Campingplatz

D. h. für die Fahrt "verschwende" ich knapp eine Stunde an Ladezeit pro Tag für die Fahrt in den Urlaub. Als Rentner. In einer Pause um etwas zu essen, einen Kaffee zu trinken und ein paar Schritte zu gehen und für eine Toilettenpause.
Nein, das sehe ich überhaupt nicht als "Verschwendung", sondern eher als Annehmlichkeit beim Reisen, die ich sowieso jetzt schon gerne in Anspruch nehmen möchte.
Und die "2 cv electro" soll auf Grund ihres  geringen Gewichtes von ~1.000 Kilo sowieso nur einen kleinen Akku benötigen und haben, so dass die Ladezeit auf 100% mit gut 30 Minuten sehr realistisch erscheint.

Somit sind also auch lange Fahrten und Urlaubsfahrten mit der "Ente" überhaupt kein Problem. Und der Platz? Sollte die hintere Rückbank wirklich herausnehmbar sein und bekommt die Ente für das Pedelec auch noch eine Anhängerkupplung, ist Platz satt & genug für meinen Urlaub vorhanden!

Vielleicht nehme ich mir dann noch etwas mehr Zeit auf der Fahrt und verlängere einige Kilometer statt Autobahn durch schöne Landschaft im (durch das offene Rolldach) im "Cabriomodus" durch die wunderschöne Landschaft z. B. des Ardèche-Tals.

Ja, Citroën. Bitte!

  • die durchgehende, vordere Sitzbank
  • der Korb als Ablage und Einkaufskorb in der der Front
  • die rausnehmbare, durchgehende Sitzbank
  • die Lichterkette als Beleuchtung
  • das Rolldach
  • die Comic-Animation als Display für den PKW

Schon der Messerschmitt Kabinenroller hatte es mir angetan. Die neue Ente ist jedoch Fun-Car + Alltagsauto in einem. Wie ich schon sagte: "Haben wollen!"

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